Rezension: Susanne Saygin, Feinde

Feinde

 

Susanne Saygins Krimi „Feinde“ erschienen im September 2018 bei Heyne, behandelt eine verworrene Mordgeschichte. Um den Fall zu lösen, muss Polizist Can Arat Berufliches mit Privatem verbinden.

Der alternde Streifenpolizist Can versucht mit seiner Vorgesetzten Simone einen Doppelmord an einer Billiglohn-Baustelle aufzudecken. Cans tote Ex-Freundin Marie hatte sich für Dumping-Löhner engagiert und war ins Visier eines mächtigen Netzwerks geraten, dessen Regeln sie nicht verstand. Irgendwie scheint auch Cans mysteriöse Mitbewohnerin Isa in die Sache verwickelt zu sein. Für Can und seine Freunde beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

 

 

Die Darstellung einer dreckigen Großstadt mit allerhand Kriminalität erscheint glaubwürdig. Dabei wirken die Verstrickungen eines deutschen Magnaten in Sklavenarbeit in Osteuropa etwas übertrieben, aber wer weiß? Das Buch spielt in der Gegenwart und zeigt, was passieren kann, wenn die Schere zwischen Arm und Reich zu weit auseinanderklafft.

 

Der Hauptcharakter wirkt sympathisch. Er hält Distanz zu radikalen Gruppen jeglicher  Couleur und vertraut nur seinem gesunden Menschenverstand.

 

Trotz einiger Schwächen in der Figurendarstellung kann ich diesen Krimi empfehlen. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise in gesellschaftliche Bereiche, die den meisten Lesern kaum persönlich bekannt sein dürften. Susanne Saygins „Feinde“ richtet sich an politisch interessierte Leser, die mehr über die Auswirkungen gesellschaftlicher Prozesse erfahren wollen und dazu spannende fiktionale Literatur heranziehen.

 

Max Fragel, Praktikant

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